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Die Deutsche Normalschrift war die erste alleinige lateinische Schul-Ausgangsschrift nach dem Nazi-Erlass, der das Ende von deutscher Kurrent-Schreibschrift und der Frakturschrift im Druck einleitete. Sie ist der direkte Vorläufer der Lateinischen Ausgangsschrift, welche über viele Jahre die alleinige Schulschrift in Westdeutschland war und mit der auch ich das Schreiben erlernt habe. Ich habe diese Schrift so genau wie möglich in eine Computerschrift gewandelt. Das bringt natürlich ein Problem mit sich: Die Buchstaben besitzen 2 Koppelpunkte, unten nahe der Grundlinie und oben nahe der x-Höhe nach b, o, r, v und w. Mir wird jetzt jeder sagen: Dafür gibt's doch OpenType“ und das stimmt im Prinzip auch, nur leider wird das zur Zeit noch fast nur mit teurer Profisoftware unterstützt. Für den Schulbuch-Verlag wäre das sicher auch OK, aber die Schrift sollte eben auch auf Low-Cost-Software ohne OpenType-Unterstützung funktionieren, und dazu habe ich eben einen Trick gefunden: Man installiert 2 Fonts, schreibt zuerst normal, markiert einige Anfangsbuchstaben, wie a, d, g, q, m und n. sowie die Buchstaben nach b, o, r, v und w und schaltet diese auf kursiv.

Wer allerdings eine Software verwendet, die OpenType-Funktionen unterstützt, wie beispielsweise die Programme der Adobe Creative Cloud, aber auch Libre Office ab version 5.3 kann sich diese mühevolle nicht nicht total optimale Eingabemrthode sparen, indem er die neue OpenType-Funktions-Version dieser Schrift verwendet. Einfach oben rechts auf den "Weiter-Winkelhaken" Klicken, da ist diese Schrift auch in Aktion zu bewundern.

In Kürze werde ich jedoch auch eine OpenType Schriftart anbieten, die diese Ersetzungen dann, die entsprechende Software vorausgesetzt, automatisch durchführt.

Soviel also zu dieser Schrift, aber ich möchte doch etwas generelles über Schulschriften und schreiben lernen berichten, denn ich bin schon oft darauf angesprochen worden, dass den Besuchern meiner Webseite auch diese kleinen Randgeschichten gefallen.

Wie war das also, dass Schreiben lernen damals?

Nun, aus den Erzählungen meiner Mutter weiß ich, dass es in ihrer Jugend gänzlich anders war. Damals begann man, wie übrigens vielerorts auch noch bis in die 1960 er Jahre hinein, mit einer Schiefertafel. Es gehörte praktisch zum Bild eines ABC Schützen (sagt man das heute eigentlich noch) das hinten aus dem Schulranzen ein Lappen herausbaumelte, mit dem man seine Schiefertafel abtrocknen konnte, hatte man mit dem ebenfalls als Standardutensil zur Erstausstattung eines Schülers gehörenden Schwamm die Schrift wieder von der Schiefertafel gelöscht.

Aber wie war das eigentlich, dieses Schreiben auf der Schiefertafel? Nun, neben dieser, zumeist in einen Holzrahmen eingefassten Schieferplatte, benutzte man einen so genannten Griffel. Dieser bestand ebenfalls aus Schiefer, und zwar entweder rechteckig daraus gesägt, oder in eine runde Form gebracht, und dann mit mehreren Lagen Papier umwickelt. Die Spitze waren ähnlich einem Bleistift angespitzt. Mit diesem hat man dann die Buchstaben in die Schiefertafel hineingekratzt, wobei sowohl Material von der Tafel als auch von den gleich harten Material des Griffel abgetragen wurde, und so eine etwas hellere Spur von Schiefermehl hinterließ. Das Problem dabei, die Schiefertafel wurde mit der Zeit immer etwas rauer. Dieses Problem wurde erst dadurch gelöst, dass der Griffel aus Schiefer durch eine Art Bleistift ersetzt wurde, der allerdings kein Graphit enthält, sondern eine Mischung aus Ton und Gips, und somit wesentlich weicher war es die Schiefertafel. Schüler nannten diesen Stift auch Buttergriffel. Damals war es dann auch möglich, die Schiefertafel mit dauerhaften Schreiblinien und auf der anderen Seite mit Rechenkaros auszustatten. Zum einen war natürlich das Schreiben mit dem harten Griffel und dem damit nötigen hohen Schreibdruck sowie den dabei nicht selten entstehenden Kratzgeräuschen nicht so leicht, und das, was man geschrieben hatte war ja praktisch jedes Mal wieder verloren, und man konnte so das geschriebene nicht nochmal ein paar Tage später nachlesen. Auf der anderen Seite bedeutete das aber auch nur eine einmalige Anschaffung eines nicht sonderlich teuren Gegenstandes, und die Tafel konnte durchaus über mehrere Jahre benutzt werden.

Nachdem so also das Schreiben erlernt worden war, in der Zeit meiner Mutter noch nach Kupferstichen mit einer sehr sauberen und Erwachsenen Kurrentschrift, etwas später dann in der von Ludwig Sütterlin entwickelten Schulausgangsschrift, kam dann der Tag, an dem man seine Tafel beiseite legte, und stattdessen einen Federhalter, darin zumeist eine Spitzfeder aus Stahl und endlich auch richtiges bekam von jetzt an musste „wie gestochen“ geschrieben werden. Das jetzt nötige Tintenfass befand sich in einer Vertiefung in der Schulbank, das war bestimmt eine fürchterliche Kleckerei, und Löschpapier war wohl eines der wichtigsten Materialien die man haben musste.

Als ich dann 1961 in die Schule kam, war Hamburg vielen anderen Ländern schon etwas voraus, es gab die so genannte große Lehrmittel-Freiheit, und nahezu alles was der Schüler brauchte wurde von der Stadt gestellt. Das bedeutete, wir bekamen sämtliche Schulbücher, davon die meisten als Geschenk, sowie nahezu jegliches Verbrauchsmaterial, also Schulhefte, Zeichenpapier (welches allerdings ein fürchterliches graues und raues Zeug war), Bleistifte, Buntstifte, ein Lineal, Knetmasse, transparent-und Glanzpapier zu basteln, sowie buntes Glanzpapier, dass schon in horizontalen und vertikalen Streifen gestanzt war, um damit so eine Art Gewebe zu basteln. Bis auf die Knetmasse die so ziemlich das erste war, was man uns in die Hände gab, wanderte denn alles in den Schulranzen. Für die Knetmasse gab es dann zur Aufbewahrung so eine ovale Pappschale, wie man sie heute vielleicht noch als Pommes-Schale kennt, jedoch aus dunklen, sehr stabilen Karton gepresst, der innen mit einer blanken blauen Folie kaschiert ist. Diese Schalen dienten im Hafen zur Probenentnahme, zum Beispiel aus Kaffee-und Kakaosäcken. Das war dann meine Erstausstattung, die ich am ersten Schultag bekam.

Und so begann ich eben nicht einer Schiefertafel, sondern gleich mit einem Bleistift auf Papier. Und so glitzerten wir zuerst erstmal Zickzackwellenlinien, bevor es dann richtig mit den Buchstaben. Ich kann es gar nicht mehr genau sagen, wann uns dann mitgeteilt wurde, dass wir uns einen Füller beschaffen sollen. Und zwar sollte dies einer mit Tintepatronen sein, denn einen festen Aufstellungsort für ein Tintenfass gab es in unseren Schultischen nicht mehr. Und so bekam ich dann meinen ersten Pelikano, Blau mit einer silbernen Aluminiumskappe. Das Grüne Konkurrenzprodukt von Geha kam es später auf den Markt. Dieser Füllhalter sowie die dazu nötigen Patronen, die damals als Zehnerpackung im kleinen Kartons verpackt waren, war dann die erste Anschaffung (neben natürlich dem Schulranzen) die uns nicht von der Stadt gestellt wurde. Und so ging es dann los, mit der lateinischen Ausgangsschrift, ihren elenden Kringeln, und den zwangsweise komplett in einem Strich durchgezogenen Worten, welches nicht nur häufig zu Schmerzen in den Fingern, sondern auch regelmäßig zu vergessenen i-Punkt führten.

Die Erwachsenen hatten aber schon längst den Füllhalter beiseite gelegt, lediglich ein ganz wichtigen Sachen, wie zum Beispiel zum unterschreiben von Verträgen, setzte man ihn immer noch ein. Bei der alltäglichen Schreibarbeit aber hatte der Kugelschreiber längst dem Füller den Rang abgelaufen. Der Kuli war einfach viel praktischer, schrieb er doch in jeder Richtung, Kleckse nicht, das geschriebene war sofort trocken und man konnte sehr lange damit schreiben, bis die Mine leer war.

Damals waren diese Schreiber aber noch ziemlich teuer, und so hat mein Vater zumeist nur mit dieser dünnen Kugelschreibermine geschrieben. Entsprechend schlecht war natürlich sein Schriftbild. Trotzdem fanden wir es als Schüler, die wir eigentlich den Schulfüller benutzen mussten, viel cooler, wie man heute sagen würde, dass Schreibgerät der Erwachsenen zu benutzen. Und so machte sich eben auch bei uns der Kugelschreiber sehr bald breit.

Mit der Zeit wurden diese Stifte auch wesentlich billiger, als man davon abging, das Gehäuse aus den selben edlen Werkstoffen zu fertigen, aus denen man bisher auch luxuriöse Füllfederhalter gebaut hatte, und stattdessen auf wesentlich billigeren Werkstoffe und einfache Produktionsmethoden Umstieg.
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