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Irgendwie kann ich meine Mutter jetzt verstehen ...




Sie hatte immer etwas dagegen, dass ich mich mit Grafik beschäftige, denn sie sagte mir, dass ihre Zeichnungen und Gemälde sie nie zufrieden stellten, und hatte sie einen Entwurf dann fertiggestellt und an ihren Abnehmer übergeben, blieb da so ein seltsames Gefühl der Leere.


Und ich erinnere mich, dass ich sie oft gebeten habe, mir doch bitte zu zeigen, wie man etwas richtig zeichnet, denn zeichnen war schon in früher Kindheit meine liebste Beschäftigung und ich habe meine Lehrer zur Verzweiflung gebracht, zeichnete ich während des Unterrichts ganze Comicstrips und waren dann äußerst überrascht, dass gerade dies mir half, mich auch auf den Unterrichtsstoff zu konzentrieren. Gab es eine Hausaufgabe, zu denen eine Zeichnung gehörte, fand ich bei der Rückgabe dann eine Notiz meines Lehrers darauf: Frau Wiegel, bitte lassen sie die Zeichnung doch von ihrem Sohn machen! Bitte lassen Sie das. Das war für mich natürlich das fetteste Kompliment,m denn genau dies hätte meine Mutter nie gemacht.


Und als es darum ging, ins Berufsleben zu starten, drängte meine Mutter darauf, einen technischen Beruf zu erlernen und die Zeichnungen meiner Schulzeit wanderten in den Müll. Es folgte für mich eine eher schwere Zeit...


Heute mache ich, entgegen dem Rat meiner Mutter nun doch grafische Arbeiten. Gut, andere Werkzeuge, wie eben der PC machen es leichter, sauber zu arbeiten, und so ist es kein Problem, ein Brillenträger zu sein – ja manchmal hat es sogar Vorteile, über die Gläser hinweg auch mal unscharf sehen zu können, z.B. wenn es um das Kerning der Schriftarten geht.


Aber da ist doch vieles, das sich gleicht: Da ist erst einmal dieser leere Bildschirm, das leere Blatt, das gefüllt werden möchte. Womit eigentlich? Und wie Mutter sich damals mit Fotobüchern Inspirationen suchte, so ist es heute das Internet – wirklich eine wunderbare Quelle. Und so sind es entweder irgendwelche Formen, in denen ich eine ganze Schrift sehe, oder ein Logo aus einer Hand voll Buchstaben, die den Rest ihrer Gesellen missen, oder man findet einen Scan einer nahezu vergessenen Schrift, die noch nie digitalisiert wurde.


Und dann folgt etwas Planung: Man hat mich gelegentlich gefragt, ob ich denn mit dem A beginne, und mich dann durch das Alphabet arbeite, aber dies ist nicht mein Weg, sondern ich untersuche die Vorlage, oder die Skizze meiner eigenen Schriftidee nach wiederkehrenden Elementen, also den Stämmen, den waagerechten Linien, Serifen, Bögen usw.


Und so beginne ich oft mit einem Buchstaben, der nur wenige dieser Elemente enthält, wie dem I. Daran schließen sich dann die Kameraden mit weiteren Elementen an, so bildet ein I mit einer Waagerechten, die dann auch ihren Endabschluss hat ein L, und von hier ist es dann leicht zum T, E, F. Ebenso beginne ich mit dem „König der Bögen“ dem O, dieses gibt dann die Gestalt dieser Rundungen vor, und hieraus werden C und G, aber auch in Kombination der gradlinigen Kumpanen wie dem E dann das B und D. Dann folgen die diagonalen, die dann endlich das A, aber auch M, V, W, X und Z bilden. Und so fügt jeder neue Buchstabe dann dem Sortiment an Formelementen ein paar weitere hinzu. Und hat sich dieses ganze Sammelsurium zusammengefunden und ich habe mich für die rechte Position der Einzelelemente entschieden, dann erst werden die Formen vereint.


In gleicher Art geht es dann auch durch die Gemeinen , so ich nicht mit diesen begonnen habe.


Dann ziehen die Formen in den eigentlichen Font-Editor um, und bekommen dort ihre Abstände und dutzende weiterer Eigenschaften, die dann aus dem wilden Haufen von Buchstaben ein ganzes bilden, Kurz, das neue Kind wächst heran. Und manche Schriften wollen dann mehr, sie wollen weitere Sprachen lernen, kurz, ich entdecke auch die Formen der kyrillischen und/oder griechischen Schrift, die dann wieder aus den gesammelten Formen-Schnipseln gebildet wird, zu den weitere hinzukommen. So wächst der Font, und fordert mehr, lässt einen nicht los, und wenn da auch mal die Nacht hindurch gearbeitet wird, bis dann der Font selbst zu sagen scheint: Gut, es reicht, ich bin bereit für die Welt.


Also wird es Zeit, den Font zu veröffentlichen, ihn auf die Website zu setzen. Dann geht es hinaus. Und irgendwie fürchte ich auch diesen Moment, denn nur selten meldet sich eines dieser Kinder zurück, und berichtet, was es da draußen tut.


Also sitze ich dann da, und genau da kommt es, dieses leere Gefühl, dass diese Aufgabe, die einen gerade noch gefesselt hat, jetzt einfach das Haus verlässt. Ja, Mutter kann ich jetzt verstehen...




Euer Schriften-Dilettant (und dazu stehe ich)



Peter Wiegel
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